Herzlich willkommen

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zum Masterstudiengang Filmmusik, die über den eher formalen Inhalt der offiziellen Filmuni- Seite hinausgehen: Allgemeines zum Konzept, Hinweise zur Bewerbung, Infos zu den aktuellen und ehemaligen Studierenden u.a..

Zum Studium

Unser Masterstudiengang bietet jungen Musikern und Musikerinnen die Möglichkeit, alle relevanten Aspekte von Filmmusik fundiert zu studieren. Ziel ist die Fähigkeit zur erfolgreichen Tätigkeit als Filmmusikkomponist/in, bzw. in verschiedenen damit verwandten Bereichen. 

Mittlerweile sind viele unserer Absolventen und Absolventinnen erfolgreich tätig, sie versehen Produktionen in Kino und TV mit Musik, aber auch in Theater, Hörspiel, Games und Werbung tauchen ihre Namen regelmäßig auf. Es besteht eine hohe Präsenz auf den verschiedensten Festivals; ebenso wächst die Liste von filmmusikbezogenen Preisen ständig an (Franz-Grothe-Preis für Filmmusik, Jerry Goldsmith Awards, Deutscher Filmmusikpreis, Peer-Raben Award, "Best Young Composer" in Gent, kolumbianischer Filmpreis,) 

Zu den Zugangsvoraussetzungen kann man auf der offiziellen Filmuni-Webseite Genaueres lesen. Erforderlich ist ein bestehender erster Abschluss aus einem Studiengang Musik (zu eventuellen Ausnahmen siehe die offizielle Seite der Filmuniversität). Die Auswahl der Bewerber/innen erfolgt aufgrund von eingereichten Arbeitsproben und einer Zugangsprüfung.   

Schwerpunkte des Studiums

Thema des Masterstudiengangs Filmmusik sind alle Arten von medienbezogener angewandter Musik - natürlich wird auch auf aktuelle Entwicklungen digitaler Medien (auch nonlinearer Art) eingegangen. Immer noch liegt allerdings eine klare Betonung auf dem Einsatz von Musik im narrativen Film. Der Grund dafür ist, dass alle Wirkungsmechanismen zwischen Bild und Musik, so wie sie etwa in der Werbung, in Computerspielen und dergleichen zum Tragen kommen, auch im narrativen Film zu finden sind und dort erprobt und erfahren werden können. Gleichzeitig ist der Kinofilm nach wie vor fixer ästhetischer und dramaturgischer Bezugspunkt für einen Großteil der anderen audiovisuellen Formen. 

Die Zusammenarbeit an Filmprojekten der Filmuniversität ist ein zentraler Bestandteil des Studiums. Hier arbeiten die Studierenden mit den anderen Gewerken wie Regie, Montage u.a. zusammen. Neben der Komposition, Produktion dramaturgischem Musikeinsatz und Konzeptfindung geht es dabei um Dialogfähigkeit, sowie um den Aufbau von Partnerschaften bzw. Netzwerken, die sich erfahrungsgemäß oft weit über das Studium hinaus fortsetzen. 

Als Filmkomponist/in ist man heute immer auch Produzent/in der Musik. Dieser Begriff ist dabei sowohl in seiner unternehmerischen, vor allem aber in seiner tontechnisch-künstlerischen Bedeutung zu verstehen. Diese beiden Felder, also die digitale Musikaufnahme und -Mischung, Sounddesign und Programmierung pop-naher Stile auf der einen Seite und die unternehmerischen Aspekte auf der anderen Seite, sind ebenfalls ein wesentlicher Inhalt des Studiums. Die Tonstudios, die wir gemeinsam mit dem Studiengang Sound nutzen, sind mit hochwertiger Technik ausgestattet und ermöglichen ausgezeichnet klingende Ergebnisse. 

Nach wie vor ist der Orchesterapparat tragender Bestandteil eines Großteils aktueller Filmmusik. Durch die etablierte, langjährige Partnerschaft der Filmuniversität mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg besteht für die Studierenden die Möglichkeit, Stücke, die im Kompositions- und Orchestrationsunterricht entstanden sind, ebenso wie Musik für Hochschulproduktionen auf hohem Niveau einzuspielen.

Im eigentlichen Kompositionsunterricht orientieren wir uns an unterschiedlichsten stilistischen Modellen und Ästhetiken - ohne Einengung auf die traditionellen bzw. "hochkulturellen" Stile. Ergänzend zu den fest zum Haus gehörenden Lehrkräften wird dabei erweiternder Input in Form von Gastseminaren gegeben. 

Dazu kommen Seminare zu Tonsatz, Dramaturgie/Analysen von Filmmusik, Filmgeschichte, unternehmerische Aspekte u.v.m..

Das Entwickeln einer eigenen musikalischen Sprache und eines eigenständigen ästhetischen Standpunktes steht auf der einen Seite; auf der anderen steht die professionelle Sicherheit im Umgang mit  filmmusikalischen Standardsituationen. Das Studium gibt beidem genügend Raum. 

Das Konzept ist, dass sich Komponist/inn/en mit sehr unterschiedlichem Profil bei uns bewerben und weiterentwickeln können - typischerweise bestehen die Jahrgänge aus einer Mischung von Studierenden mit eher Jazz-, Pop- und E-Musik-orientiertem Background. Im Lauf des Studiums findet dann, wie beschrieben, eine allgemeine Professionalisierung statt, verbunden mit individuell möglicher persönlicher Schwerpunktsetzung.  

Noch ein Hinweis zur Bewerbungsmappe

Im Folgenden ein paar Antworten zu einzelnen Fragen, die häufig im Vorfeld von Bewerber/innen gestellt werden: 

Die in den Zugangsvoraussetzungen als Pflicht geforderten notierten Stücke (Orchester, Kammermusik, Klavier) können den qualitätsmäßigen Schwerpunkt der Bewerbung darstellen; es kann aber durchaus sein, dass die eigentlichen Stärken auf der elektronischen, audiovisuellen oder sogar improvisatorischen Seite liegen. In einem solchen Fall können wir an den notierten Pflichtstücken erkennen, ob ein Grundwissen und Grundverständnis in Bezug auf Umfänge, Notation und Instrumentationsprinzipien vorhanden ist, und ob es gute Ideen für die formale und ästhetische Anlage gibt. 

Elektronische, Overdub-/Pop-/experimentelle Produktionen interessieren uns so, wie sie sind (eben als Audio oder AV), und Sie müssen das keinesfalls rückwirkend aufschreiben. Nur die geforderten Pflichtstücke müssen wir als Noten sehen. Und nochmals, ohne die Bedeutung von Partituren u.a. schmälern zu wollen: Es ist nicht so, dass diese notierten Stücke notwendigerweise wichtiger für die Auswahl sind als möglicherweise hochinteressante elektronische o.a. Produktionen.   

Elektronische Musikproduktion - als kreatives Klangmittel oder zur Simulation von akustischen Instrumenten - ist im späteren Arbeitsprozess so gut wie unerlässlich. Daher ist es tatsächlich von Vorteil, wenn in der Bewerbungsmappe gut bzw. interessant klingendes entsprechendes Audiomaterial vorhanden ist. 

Es ist für die Kommission in jedem Fall hilfreich, wenn die notierten Pflichtstücke auch in irgend einer Form als Audiodatei vorliegen. 

Jede Bewerbung setzt sich ganz unterschiedlich zusammen und hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Das Gesamtbild wird von unserer Kommission aus fünf Mitgliedern (und einer studentischen Vertreterin) beurteilt und diskutiert. Die Kriterien bei der Beurteilung sind:

kompositorische Grundlagen / stilistische Bandbreite / Originalität und Individualität  / dramaturgisches Verständnis / Notation und Instrumentation / Bezug zur musikalischen Gegenwartskultur.

Danke

Ich danke den studentischen Hilfskräften für das Gestalten bzw. Betreuen der Webseite, sowie Mirco Schochow für die nette technische Unterstützung.

Ulrich Reuter, Studiendekan